KleinanzeigenNewsShopTippsGitarristenUnterrichtVeranstaltungenGelbe Saiten
Interview Thomas Kortmann Teil1
Interview Thomas Kortmann Teil 2
Bildergalerie
Gemeinschaftsstand
Gewinnspiel
Newsletter
Links
Partnerinfos
Presseservice
Impressum
Sitemap
Kontakt
 
Interview mit Thomas Kortmann 2. Teil


Hier ist der 2. Teil des Interviews mit Thomas Kortmann. Es geht um Pickups und ein paar Tips zum Kauf einer Gitarre.

 

gitarrist.net: Bei Pickups geht es ja oft um Wicklungen. Wenn ich jetzt z.B. eine Les Paul nehme und den klassischen Gary-Moore-Sound haben möchte, was würdest Du mir empfehlen?

 

Gary Moore benutzt keine high-output Pickups. Das ist alles im Bereich von 7,8 kOhm - 8 oder 8,2 kOhm, wobei man unterscheiden muss:

Joe Barden Pickups liegen gerade mal bei 2 kOhm, haben aber sehr starke Magnete und sind deshalb mörderlaut. Man kann es also nicht allein über die Wicklungen definieren und nicht allein über die Magnete. Das spielt alles zusammen. Ich kann Dir nicht sagen, welcher Pickup jetzt genau so oder so klingt. Persönlich verwende ich gerne die Humbucker von Rainer Gerold. Da steh' ich drauf.

Für die Tele nehme ich Joe Barden und sonst baue ich ein, was der Kunde will. Das hängt aber auch vom Verstärker ab. Wenn einer einen bösartigen Marshall hat, muss er vielleicht nicht unbedingt noch bösartige Pickups haben. Aber wenn jemand einen Boogie hat, der alles "zumacht", dann ist ein transparenter Pickup wieder besser. Es kommt ja auch immer auf die Klangkette an, die ein Musiker haben möchte. Aber nochmal zu dem Gary-Moore-Sound: Da ist eigentlich nichts hoch übersteuert. Es ist eine Endstufen-Zerrung. Das ganze Gain, was er hat, kriegt er durch Lautstärke und Endstufenzerrung. Es ist wie bei Malmsteen.

Die High-Output Pickups haben ja noch ein Problem: Je mehr Wicklungen Du drauf machst, desto mehr verschwinden die Höhen. Einen sauberen, klaren Ton erhältst Du mit weniger Wicklungen. Also die PAF-Typen mit ca. 7,8 kOhm. Bei Pickups gibt es ja auch Welten: Es gibt Pickups, die einen eigenen Klang erzeugen, wie z.B. Bill Lawrence. Die hörst du immer raus. Und es gibt neutrale Pickups, die mehr wie ein Mikrofon wirken und den Klang der Gitarre wiedergeben. Die bevorzuge ich natürlich. Ansonsten muss man bedenken: In welchem Bandgefüge ein Musiker spielt, wie er spielt und was er spielt? Die meisten wollen über den Steg-Pickup "brettern", über den Hals ein bisschen weniger, da gibt es verschiedene Ansprüche. Die meisten Musiker haben ihre Soundkette ja über eine lange Zeit hinweg entwickelt. Da spielen Kabel, Verstärker, Boxen und Pickups eine Rolle.

 

gitarrist.net: Was hältst Du von Metall-Kappen für die Pick-ups?

 

Früher gab es ja nur Messingkappen. Die waren nicht gut. Man hat damit eine Menge Höhen verloren. Ganz früher gab es bei der Les Paul Neusilberkappen. Die gibt's jetzt wieder. Die ändern nichts am Ton und sind richtig gut.

 

gitarrist.net: Was genau machen Kappen?

 

Sie schützen. Bei manchen Gitarren schauen die Pickups doch sehr weit raus und da ist es vorteilhaft, wenn der Pickup zusätzlich geschützt ist.

 

gitarrist.net: Was muss man beim Einbau beachten?

 

Zwischen der Kappe und dem Pickup darf keine Luft sein, sonst pfeift es ohne Ende. Die Kappe muss im Wachsbad angebracht werden. Wenn man auf einen Pickup mit Kappe leicht draufklopft, dann muss es massiv klingen. Wenn es hohl klingt, ist Luft drin. Für den Laien ist es also nicht damit getan, einfach die Kappe draufzusetzen. Er muss sie auch wachsen und erden. Das ist so eine Sache. Wenn das Wachsbad eine bestimmte Temperatur hat, löst sich natürlich so eine Spule auf. Dann kannst Du die Wicklungen einfach so aus dem Wachsbad ziehen. Ein weiteres Problem ist das falsche Wachs. Es nützt Dir ja nichts, wenn Du Open-Air spielst und das Wachs aus der Gitarre läuft, weil die Sonne draufscheint. Manchmal hat man die Gitarre ja auch im Sommer im Kofferraum. Es ist einfach blöd, wenn das Wachs dann schmilzt.

 

gitarrist.net: Was sollte man beim Kauf einer Gitarre beachten?

 

Das wichtigste ist natürlich: Der Klang muss gefallen. Es gibt da Geschmackskriterien, aber auch objektive Kriterien. Objektive Kriterien sind: Ansprache, Sustain und Frequenzbereich.

Eine Gitarre mit langem Sustain ist eine gute Gitarre. Ansonsten kann jeder glauben und denken, was er will. In die Verarbeitung hat der Laie meist sowieso keinen Einblick. Es ist ja alles lackiert, und Du weißt nie, was sich darunter verbirgt. Das Holz wird auch in der Industriefertigung selektiert. Es werden aber große Mengen verarbeiten, und ein Baum hat unterschiedliche Stellen. Da sitzt dann eine Dame, die sagt: "Das wird Natur, das wird Sunburst, das wird schwarz." Unter dem Lack verbirgt sich natürlich gelegentlich das nicht so schöne Holz. Das trifft bei einem Gitarrenbauer nicht so zu, da das Holz weniger in die Kalkulation einfließt. Hier ist die Arbeitszeit der Hauptkostenfaktor. Ob da ein Stück Holz für den Body 40,- oder 50,- Euro kostet, ist egal.

Die Qualität ist also für den Laien schwierig zu beurteilen, da braucht Du Vertrauen zum Verkäufer.

Den Klang sollte man zwar beurteilen, aber auch nur im Vergleich. Das menschliche Ohr hat ja keine Erinnerung. Wir können uns nur merken, ob uns der Klang gefallen hat, aber das ist auch stimmungsabhängig. Wir können uns merken, ob eine Gitarre einen langen Sustain hat oder fett klingt. Es ist aber schwer, später eine andere Gitarre zu spielen und sich noch genau an den Klang der ersten Gitarre zu erinnern. Deshalb sollte man mehrere Gitarren im A/B - Vergleich testen und sich ruhig eine Stunde Zeit nehmen, 4 - 5 Gitarren vergleichen und die Unterschiede heraushören.

Auf keinen Fall sollte man immer da kaufen, wo es am billigsten ist. Das kann hinterher teurer sein. Auf jeden Fall müssen wir wieder wegkommen von diesem Schnäppchen-Markt. Davon hat kein Musiker etwas. Ich weiss nicht, wieviele arme Kerle herumlaufen mit einer Nylon-Gitarre für 90,- Mark, aus der auch ein Könner nichts herausholt. Auch wenn Eltern sagen: "Ich weiß nicht, ob mein Kind dabeibleibt." Das weiss ich bei meiner Tochter auch nicht. Aber ein Kind sollte die Chance haben, eine Gitarre zu spielen, die klingt und die sich spielen lässt. Und dieses Kriterium erfüllen viele Anfängergitarren nicht.


 

Kontakt Thomas Kortmann:

Werkstatt: 06081-15686

Laden: 06171-52262

E-Mail: thomas.kortmann@gmx.de

 




Steg-Humbucker bei der Kortmann-Gitarre





  To top | Kontakt